Olivenöl 20 Prozent teurer

  • Durch Bakterien-Befall geschädigte Olivenbäume in Italien und schwache Ernte in Spanien führen zu Preiserhöhungen in ganz Europa
  • Handelsmarken-Preise steigen zwar schneller als die der Herstellermarken, bleiben aber nach wie vor günstiger
 
Düsseldorf – 10. Februar 2016 – Kranke Bäume in Italien, schwache Ernte in Spanien: Olivenöl ist rar geworden, die Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen. Die Preise sind laut dem Marktforschungs- und Marketing-Beratungsunternehmen IRI Information Resources in 2015 europaweit um rund 20 (19,8) Prozent gestiegen. Insgesamt haben die europäischen Shopper in den Supermärkten im vergangenen Jahr 231 Millionen Euro mehr für Olivenöl ausgegeben. Und das hat zu einer Umsatzsteigerung in der Gesamtkategorie „Öle“ um 9,5 Prozent auf 2,7 Billionen Euro geführt.
 
Der Grund für den Preisanstieg ist eine bakterielle Infektion in Italien, die mehr als eine Millionen Olivenbäume befallen hat. Ein Ende ist nicht in Sicht. Hinzu kommt eine schwache Ernte in Spanien, Europas größtem Produzenten für Olivenöl. Hersteller und auch die Händler mit ihren Eigenmarken erhöhen seit Monaten die Preise, um ihre Kosten decken zu können.  
 
Die IRI-Experten haben in einer Studie die Preisentwicklung in den sieben Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, den Niederlanden und Großbritannien untersucht. Ergebnis: Am höchsten waren die Preissteigerungen in Spanien, Italien und Griechenland, wo Olivenöl zu einem der wichtigsten Lebensmittel gehört und hauptsächlich mit Olivenöl gekocht wird. Aktionsverkäufe wurden gestoppt, die Preise stiegen 2015 um 27,2 Prozent in Spanien verglichen zum Vorjahr, um 21 Prozent in Italien und um 17,2 Prozent in Griechenland. In Deutschland, wo traditionell eher andere Fette zum Braten und Kochen benutzt werden, betrug die Preissteigerung 8,4 Prozent.
 
Der Effekt: Die Verbraucher griffen gerade in den letzten Monaten des vergangenen Jahres immer weniger zum Olivenöl. IRI meldet parallel zur Preissteigerung ein Minus im Absatz in allen Ländern mit Ausnahme von Italien. Hier trat kaum eine Veränderung ein. Am deutlichsten waren die Rückgänge in Griechenland. Hier wurden im Vergleich zu 2014 stolze 18 Prozent weniger Olivenöl verkauft, in Spanien 16,2 Prozent.
 
Interessant: Auch die anderen Öle büßten 2,52 Prozent im Absatz ein. Das legt die Vermutung nahe, dass die Shopper nicht zu anderen Ölen greifen, obwohl hier der Preis relativ stabil geblieben ist (-0,9%).
 
Olive oil Sales in Western Europe for 2015:



Source: IRI
 
 
 
Preise der Händler-Eigenmarken stiegen am schnellsten
 
In allen Ländern mit Ausnahme von Großbritannien stiegen die Preise bei Handelsmarken schneller als in der Gesamtkategorie oder blieben gleich. Das ist oft der Fall, wenn die Kosten für die Rohstoffe zunehmen.
 
Weltweit hat der Preisanstieg beim Eigenmarken-Olivenöl nur einen kleinen Einfluss auf den Konsum (-0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), aber die Unterschiede in den Ländern sind groß.
 
In Spanien zum Beispiel, wo die Handelsmarken einen breiten Raum im Supermarktregal einnehmen, ist der Preisanstieg genauso hoch wie bei den Hersteller-Marken (28,6 Prozent und 26,6 Prozent). Der Marktanteil der Handelsmarken wuchs aber um 3,1 Punkte im Vergleich zum Vorjahr, der Gesamtumsatz kletterte um 13,3 Prozent auf 529 Millionen Euro.
 
Großbritannien folgt demselben Trend: Der Marktanteil der Handelsmarken wuchs um 5,3 Punkte im Vergleich zum Vorjahr – eine Folge des starken Preiswachstums bei den Hersteller-Marken (+6.1%) während Handelsmarken um 1,8 Prozent günstiger wurden.
 
In Frankreich passierte das Gegenteil: Während der Preis-Krieg fast ausschließlich die Hersteller-Marken beeinflusst hat, führte der Preisanstieg beim Olivenöl nur zu einer Erhöhung der Preise bei den Eigenmarken, was einen direkten, negativen Einfluss auf den Marktanteil hatte: -7.2 Punkte.
 
Ungeachtet der kräftigen Preiserhöhung bei den Handelsmarken greifen die Verbraucher  demnach weiterhin zu den Eigenmarken, wenn sie unterm Strich günstiger sind als die Hersteller-Marken.
 

Private label olive oil sales in Western Europe for 2015:
 



Source: IRI
 
 
Quelle:
 
IRI Infoscan (market measurement solution) – Daten wurden erhoben in sieben europäischen Ländern: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, den Niederlanden und Großbritannien; Zeitraum: Januar bis November 2014 und 2015
 
Über IRI
IRI ist ein weltweit führender Anbieter von Marketing-Beratungsleistungen für Konsumgüterindustrie und -handel. Mit einer einzigartigen Kombination aus aktuellen Marktinformationen, umfassendem Marktverständnis, prädiktiver Analytik, vorausschauenden Insights und führenden Technologien helfen wir unseren Kunden, erfolgreich zu wachsen. Mit der weltweit größten Datenbank aus Verbraucher- und Käuferdaten sowie Informationen über klassische, soziale und mobile Medien ermöglicht IRI weltweit über 5.000 Kunden, Potenziale zu erkennen, ihre Verbraucher anzusprechen, ihre Marktanteile auszubauen und ihr Wachstum zu steigern - getreu unserem Versprechen: „Growth delivered.“ www.IRIworldwide.com


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Britta Lenze, Manager PR & Marketing
 
T +49 (0)211.36119.211
M +49 (0)173.3224203
E britta.lenze@IRIworldwide.com
 
 

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

 

95 Prozent der Konsumgüterunternehmen der "Fortune 100" arbeiten bereits mit uns zusammen.

Sicherheitscode:
 Security code